Ellen vom Tale
Ellen vom Tale ist die jüngste Tochter eines Landgrafen aus dem schönen Odenwald. In der eher abgelegenen Gegend fand sich für sie kein Gemahl, und so sollte sie eine Braut Christi im Kloster zu Amorbach werden. Bevor sie jedoch die Gelübde ablegen durfte, schickte die Äbtissin der Abtei sie auf eine Pilgerfahrt, auf dass sie über ihre Sünden nachdenken könne. Und so denkt Ellen seither jeden Tag ihrer Pilgerfahrt - und sie pilgert schon seit mehreren Jahren - darüber nach, welche der vielen Sünden sie also heute kennenlernen könnte. Noch auf dem Gut ihres Vaters wurde Ellen im höfischen Lautenspiel unterwiesen, die zarten Klänge bezaubern Adel und Volk gleichermaßen.
Auf ihrer Pilgerfahrt lernte sie den Gaukler Rufus kennen, der sie zusätzlich in vielen andere Disziplinen des fahrenden Volkes unterwies. So hat Ellen die rhytmischen, aufrüttelnden, bisweilen gar lasziven Tänze des Orients erlernt, ebenso wie die Kunst des Scherbenlaufens, die Beherrschung des Nagelbrettes und die Körperbeherrschung eines Fakirs.
Brennende Fackeln über ihre zarte Haut wandern zu lassen schreckt Ellen nicht, die Leidenschaft für das Feuerspiel liegt ihr - ebenso wie Rufus - im Blut. Feuerschlucken, Feuerspucken, der Tanz mit dem Feuerfächer und Feuerpois gehören fest in ihr Repertoire.
Zusammen mit Rufus hat Ellen auch die Lüfte erobert. Die beiden bewerfen sich ab und an auch gegenseitig mit Bällen, doch Ellen ist auch alleine mehr als fähig, mehere Bälle in der Luft zu halten. Mit ihren kurzweiligen Kontaktjonglage- Einlagen straft sie die Schwerkraft dann endgültig Lügen.
Ellens größte Leidenschaft - neben dem Spiel mit dem Feuer - gehört jedoch dem Stelzenlaufen. Im Kostüm eines Wasserwesens befindet sie sich im ewigen Streit mit ihrem Gegenspieler, dem Feuervogel. Eine Hass-Liebe auf Stelzen, die immer wieder Spaß beim Ansehen macht.